Dank einer Spezielbewilligung stand er bereits als 15-Jähriger für die 1.Mannschaft des FC Glarus auf dem Rasen. Beim FC Zürich spielte er während 9 Jahren zusammen mit Köbi Kuhn. Als knapp 20-Jähriger stand er im Dienste der Nationalmannschaft. In seiner Karriere wurde er 4 Mal Torschützenkönig der Schweiz und sein Rekord von 201 Toren in 313 Spielen hat heute noch Bestand.
NatiFans.ch traf sich mit Fritz Künzli und sprach über Vergangenes, den Nationaltrainer und die Fans.

NatiFans.ch: Zuerst mal vielen Dank, dass Sie sich Zeit für ein Interview mit NatiFans.ch genommen haben. Wir wissen dies sehr zu schätzen!
NatiFans.ch: Sie spielten für verschiedene Vereine in der Schweiz wie FCZ, FC Glarus, FC Winterthur, Lausanne Sports. Für welchen Club schlägt ihr Herz?
Fritz Künzli: Sicher ist es FC Zürich. Ganz klar. Mit Zürich wurde ich gross und von dort ging es auch in die Nati. Man kann schon sagen, dass ich ein FC Zürich Fan bin. Aber für all die Clubs, für welche ich spielte, habe ich Sympathien.
NatiFans.ch: Verfolgen Sie die Spiele live?
Fritz Künzli: Die Heimspiele schon, da habe ich auch eine Saisonkarte. Zu den Auswärtsspielen reise ich nicht mehr mit.
NatiFans.ch: Basel ist Schweizer Fussball Meister 2008, wie Sie es auch vorausgesagt haben.
Fritz Künzli: Ich hätte es YB gegönnt. Wir brauchen wieder mal ein bisschen Abwechslung. Es kann nicht immer nur Zürich und Basel sein. Es ist auch schade, dass wir keine Clubs aus dem Kanton Tessin an der Spitze vorfinden. Auch "welsche" Traditionsclubs wie Lausanne und Servette fehlen. Das ist sehr schade.
NatiFans.ch: Wie man auf Ihrem Profil lesen kann, machten Sie mal einen Abstecher nach Amerika.
Fritz Künzli: Das war der Abschluss meiner Karriere. Bei Lausanne spielend erlitt ich mit 32 meine 3. Verletzung der Achillessehne. Viele hatten mich schon abgeschrieben. Da trainierte ich sehr hart und schaffte den Anschluss wieder und wurde nochmals Torschützenkönig, obschon ich 7 Partien nicht spielen konnte. Danach kam die Offerte von einem amerikanischen Club. Da sagte ich zu.

NatiFans.ch: Wo liegt der grosse Unterschied zwischen jetzt und damals im Schweizer Fussball?
Fritz Künzli: Dies kann man nicht mehr miteinander vergleichen. Damals hatten wir nur einen Ausländer. Wir hatten auch viel mehr Zeit für gemeinsame Essen und Soziales. Ich glaube die Kameradschaft ist heute nicht mehr so, wie wir das geniessen konnten.
NatiFans.ch: Was war das schönste Erlebnis in Ihrer Karriere?
Fritz Künzli: Da gab es einige! WM'66, verschiedenste Tore wie gegen England oder Italien, das Spiel gegen Santos mit Pelé in Zürich. Da erhielt ich das Trikot von ihm. Kürzlich bei einem Fifa Event konnte ich das Trikot auch noch von ihm signieren lassen.
NatiFans.ch: Sie mussten sich vor fast 3 Jahren ein künstliches Hüftgelenk einsetzen lassen. Können Sie wieder Tennis spielen, Ski fahren und Fussball spielen?
Fritz Künzli: Gott sei Dank ist alles wieder super und ich kann wieder Sport treiben. Obschon es einen Zwischenfall gab: Nach einer raschen Genesung nach der Operation fiel ich eines Tages beim Aufstehen vom Tisch auf den Boden und es gab einen "Chlapf", das Gelenk kugelte aus. Ich konnte nicht mehr aufstehen. Zum Glück lag das "Handy" auf dem Wohnzimmertisch und ich konnte Hilfe anrufen.
NatiFans.ch: Sie haben während 9 Jahren beim FCZ mit Köbi Kuhn zusammen gespielt. Sehen Sie sich öfters noch?
Fritz Künzli: Wir sehen uns relativ viel. Erst kürzlich nahmen wir mit Chapuisat an einem Podiumsgespräch teil.
NatiFans.ch: Wo sind die Stärken des jetzigen NatiTrainers?
Fritz Künzli: Er war früher schon als Spieler immer einer, der das Spiel analysierte. Falls der Trainer auf gewisse Situationen der gegnerischen Mannschaft nicht reagierte, da organisierte Köbi auf dem Platz.

NatiFans.ch: Kennen Sie Ottmar Hitzfeld persönlich?
Fritz Künzli: Nur als Gegenspieler, er spielte damals beim FCBasel. Man sieht sich ab und zu und grüsst sich, sonst aber nicht.
NatiFans.ch: Es gab mal einen Künzli Schuh... da arbeiteten Sie selbst auch mit. Gibt es den noch?
Fritz Künzli: Der Schuh wurde nicht von mir aus gemacht. Der Fabrikant hiess einfach gleich und ich half bei der Promotion. Ich stellte den Schuh verschiedensten Clubs vor, bis ich dann für Lausanne spielte. Von dort aus waren die Wege zu lang.
NatiFans.ch: Sie werden immer noch viel angefragt für Interviews, Radiosendungen u.s.w. Stört Sie das nicht?
Fritz Künzli: Nein, das stört mich gar nicht. Vielleicht ist es auch ein Dankeschön der Fans von früher. Ich stieg nie in einen Bus ohne vorher allen Fans ein Autogramm zu geben.
NatiFans.ch: Wer wird Europameister?
Fritz Künzli: Die Favoriten sind Deutschland, Frankreich und Italien. Falls aber die Schweizer das erste Spiel gegen Tschechien gewinnen sollten, wird sich in unserem Lande eine solch grosse Euphorie entwickeln, dass ich unserer Nati alles zutraue!
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